18. Chattenturm

Der zylindrische Bruchsteinturm stammt im Kern aus der Ersterbauungszeit der Stadtbefestigung nach der Mitte des 13. Jahrhunderts und wurde wohl im 15. Jahrhundert neu aufgemauert oder aufgestockt. Er steht oberhalb des Burggrabens an strategisch günstiger Stelle hoch über der Altstadt und nahe der ehemalige(r) Burg (s. Einleitungstext zur Straße > Auf der Burg), zu deren Kontrolle er wohl zugleich gedient hat. Der Gesimskranz und die Rahmungen der Öffnungen mit rötlichen Sandsteinquadern zeigen Übereinstimmungen mit der Gestaltung am > Sackturm und > Biermannsturm, was auch hier eine zweite Ausbauphase vermuten lässt. Der Eingang liegt stadtseitig; Reste eines umlaufenden Wehrgangs lassen sich nicht erkennen. Vermutlich hatte der Turm ursprünglich ein um die Breite des Verteidigungsumgangs vom Gesimskranz zurückgesetztes Kegeldach.

BKW WARBURG 1939, Seite 458; NOLTE 1986B, Seite 143; BAUDENKMÄLER O. J., Seite 133; ARCHÄOLOGISCHE BESTANDSERHEBUNG 1998, Seite 48.

Quelle: Stadt Warburg. Hrsg. v. Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Hansestadt Warburg. Petersberg 2015 (Denkmäler in Westfalen, Kreis Höxter, Band 1.1. Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland).