27. Heilige Nepomuk Statue
Barockfigur des Heiligen Johannes Nepomuk aus Sandstein auf quadratischem Steinsockel mit vier Inschriftfeldern, wohl 1725 durch einen namentlich nicht bekannten Bildhauer vermutlich im Auftrag des Lohgerbers Andreas Runte für die damals kurz zuvor neu errichtete Diemelbrücke geschaffen. 1760 im Siebenjährigen Krieg und 1890 durch ein Hochwasser beschädigt; 1928 beim Brückenneubau am heutigen Platz aufgestellt. In charakteristischer Ikonografie ist der Heilige mit Umhang, Chorrock und Birett sowie Kruzifix in den Händen dargestellt. In seiner handwerklichen Ausführung bleibt die Figur qualitativ etwas hinter der knapp 20 Jahre jüngeren Figur am > Seichenbrunnen zurück. Eine lateinische Inschrift und deren deutsche Übersetzung erbitten Schutz vor falscher Nachrede und vor Hochwasser, die beiden anderen Inschriften informieren über die Brückenbauten des 20. Jahrhunderts; die derzeitige, mit Bruchsteinen verkleidete Betonbrücke stammt von 1988. Sofern die der örtlichen Überlieferung geschuldete Datierung Gültigkeit hat, entstand das im Zusammenhang mit Brücken charakteristische Johannes-Nepomuk-Denkmal in den Jahren zwischen dessen Selig- (1721) und Heiligsprechung (1729). Dies ist für jene Zeit kein ungewöhnliches Phänomen, da besonders in Nachfolge der 1683 auf der Prager Karlsbrücke errichteten
Johannes-Nepomuk-Statue über Böhmen hinaus besonders an Brücken viele Denkmäler wohl im bewussten Vorgriff auf seine Heiligsprechung entstanden.
BAUDENKMÄLER ohne Jahr, Seite 278; DUBBI 2012, Seite 50 folgende
Quelle: Stadt Warburg. Hrsg. v. Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Hansestadt Warburg. Petersberg 2015 (Denkmäler in Westfalen, Kreis Höxter, Band 1.1. Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland).