5. Frankenturm

Der annähernd quadratische Stadtmauerturm an der heutigen Straße Hinter der Mauer Nord im westlichen Drittel der lang gestreckten, nahezu geradlinig verlaufenden Nordmauer stammt im Kern wie die älteste Neustädter Befestigung aus der Zeit nach der Mitte des 13. Jahrhundert Vermutlich wurde er jedoch im 14. Jahrhundert neu errichtet beziehungsweise überformt und aufgestockt. Da die innere Stadtmauer wohl nach dem Dreißigjährigen Krieg zugunsten der 1390 vorgesetzten und nachträglich aufgestockten Zwingermauer seine verteidigungstechnische Bedeutung verloren hatte und spätestens im 19. Jahrhundert abgetragen wurde, steht der Turm im heutigen Bestand frei, seitlich sind die Maueransätze an den straßenseitigen Kanten jedoch noch kenntlich.

Am Mauerwerk zeigen sich Unterschiede zwischen dem unteren und dem oberen Teil. Der untere reicht etwa bis zur Höhe der ehemaligen angesetzten Mauern; er wurde mit etwas größeren Bruchsteinen und Eckquadern gemauert. Beim oberen Teil, an dem die Eckquader, die in drei Ebenen gesetzten Öffnungseinfassungen und große Teile des feldseitigen Erkers aus rötlichen, z. T. sehr regelmäßig gearbeiteten Steinen bestehen, gibt es zusätzlich im Mauerwerk regelmäßig gelagerte Reihen von Balkenlöchern. Die Stadtseite wurde in diesem Teil wohl erst später anstelle einer vermutlichen Fachwerkwand ausgemauert, da die vorderen Eckquader kürzer sind und die Balkenlöcher fehlen. Der Zugang liegt auf Höhe des stadtseitig am Turm entlanggeführten, ehemaligen Wehrgangs. Eine barocke Schweifhaube der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts mit Schieferdeckung dient als Turmabschluss.

BKW WARBURG 1939, Seite 460; BAUDENKMÄLER O. J., Seite 141; ARCHÄOLOGISCHE BESTANDSERHEBUNG 1998, Seite 47.

Quelle: Stadt Warburg. Hrsg. v. Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Hansestadt Warburg. Petersberg 2015 (Denkmäler in Westfalen, Kreis Höxter, Band 1.1. Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland).